[Aupair Update] Meine Gastfamilie und mein Alltag als Aupair in England

Seit nun schon mehr als zwei Monaten bin ich als Aupair in England und kümmere mich um einen 8-jährigen Jungen. Meine Gastfamilie lebt etwa eine Stunde westlich von London in einem kleinen Dorf. Alles ist typisch englisch: ein paar Cottages und sonst nur Backsteinhäuser, die alle identisch aussehen. Auch einen kleinen Ententeich gibt es, der das "Zentrum" bildet, wenn man das so nennen kann.
Die Enten halten mehrmals am Tag den Verkehr auf

Unser Haus ist in einer netten Gegend des Dorfes und mein Zimmer ist größer, als mein Zimmer in Deutschland. Hier halte ich mich den Großteil meines Tages auf, da ich sehr viel Freizeit habe.

Nach diesen zwei Monaten hat ein gewisser Alltag eingesetzt und jede Woche läuft so ziemlich gleich ab.

Allgemein sieht jeder Tag so aus:


07:40 Uhr
Aufstehen. Obwohl ich eine Stunde später als zu Schulzeiten aufstehen kann, bin ich jeden morgen müde.

08:00 Uhr
Mein Arbeitstag beginnt. Während ich die Spülmaschine ein/ausräume, muss ich James seine Wörter vorlesen, die er für den wöchentlichen Test perfekt schreiben können muss. Danach lesen wir noch ein bis zwei Seiten in einem Buch.

08:30 Uhr
Um halb neun geht es auf zur Schule, die ungefähr 10 min. entfernt liegt. James ist auf dem Fahrrad unterwegs und ich laufe, so schnell ich kann, hinterher.

09:00 Uhr
Nachdem ich wieder zu Hause angekommen bin, lege ich mich je nach Zustand meines Gemüts noch mal ins Bett und Döse eine Runde oder erledige gleich die Hausarbeit, die für diesen Tag ansteht.

15:30 Uhr
Bis um halb 4 habe ich dann immer Freizeit und kann in die Stadt gehen (was ich meistens nicht mache, da der Bus 40 min. braucht), schlafen, ein bisschen Sport machen, oder einfach relaxen. Danach hole ich James von der Schule ab. Manchmal hat er auch später aus, da jeder Schüler noch AGs besuchen muss. Bei gutem Wetter gehen wir noch auf den Spielplatz, wo ich mich dann in die Sonne setze und ein bisschen lese, so lange James mit seinen Freunden spielt. Danach gehen wir nach Hause und ich beschäftige mich mit James. Das ist manchmal gar nicht so einfach, da er am liebsten immer TV schauen würde, was er aber nur 30 min. am Tag darf. Seine Lieblingsspiele sind vermutlich Verstecken, einen Ball hin und her werfen und Sachen aus Jenga-Steinen bauen.

18:30 Uhr
Um halb 7 kommen dann die Eltern nach einem anstrengenden Arbeitstag nach Hause. Montags koche ich dann das Abendessen, da die Mutter im College ist. Die bisherigen Favoriten sind Schnitzel, Fleischküchle und Linsen und Spätzle. Den Rest der Woche kocht meine Gastmutter typische britische Gerichte, wie Jacket Potatoes oder Roast Dinner.
Semmelbrösel selbst zu machen ist ein ganz schön großer Aufwand
"German Meatballs" mit Kartoffelbrei und Salat

19:00 Uhr
Obwohl mein Arbeitstag nicht wirklich lang ist, bin ich froh am Ende des Tages in mein Bett fallen zu können. Ein Kind zu unterhalten ist wirklich nicht so einfach, wie es scheint und erfordert, ständig aufmerksam zu sein. Jetzt skype ich meistens mit meinem Freund, lese noch ein bisschen und schlafe meistens schon um 22 Uhr, weil mir fast die Augen zufallen.



Jedoch sieht nicht jeder Tag so aus, da englische Schulkinder einen vollgepackten Zeitplan haben.


  • montags hat James schwimmen und ich muss mich nur an den Beckenrand setzen und ihm ab und zu einen Daumen nach oben für sein tolles Schwimmen geben. Dafür muss ich montags am meisten putzen (Küche, Böden wischen, saugen, Bäder putzen, ...), was mich manchmal ganze  2 h kostet. 
  • dienstags ist James nach der Schule im Book-Club und ich muss kaum Hausarbeit machen.
  • mittwochs habe ich das volle James-Programm.
  • donnerstags hat James nach der Schule einen Club, der sich Alf nennt. Ich habe den Sinn dahinter noch nicht ganz rausgefunden. Ich habe vormittags College, weil ich einen Englisch Kurs besuche und gehen danach meistens mit einer Freundin in die Stadt
  • freitags habe ich wieder das volle Programm, jedoch sind abends die Pfadfinder angesagt, bei denen ich auch schon ein paar mal mitgeholfen habe, jedoch bin ich mir nicht sicher ob ich noch weiter machen möchte
  • am Wochenende habe ich immer frei und treffe mich mit meinem Freund, der gerade durch England reist, in den jeweiligen Städten, wo er sich gerade befindet.



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